Wasser im Wandel der Zeit

Gutes Trinkwasser ist seit jeher Voraussetzung zum Leben. Das Vorhandensein von Wasser war die wesentliche Bedingung für die Entwicklung individuellen und sozialen Lebens. So gehörten Flusstäler zu den begehrtesten Siedlungslagen. Flüsse hatten gegenüber Seen deutliche Vorteile: sie konnten unter anderem die Funktion einer natürlichen «Schwemmkanalisation» und damit auch einen hygienischen Zweck erfüllen. Im 19. Jahrhundert und auch noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts mussten sich die Menschen zum Wasser begeben. Es war selbstverständlich, dass der Krug zum Brunnen ging.

Versorgung aus den Urstromtälern

Im Altkreis Bersenbrück sind die natürlichen Bedingungen für eine ausreichende Wasserversorgung schon seit Jahrtausenden optimal. Günstige geologische Verhältnisse machten es möglich, das benötigte Trink- und Nutzwasser fast ausschließlich aus dem Grundwasservorkommen zu decken. Der Bau eigener Brunnen oder auch die Versorgung über Bachläufe gehörten zum Alltag.
Allerdings war die Qualität nicht in allen Gebieten gut für die Gesundheit. Durch die zunehmende Bevölkerungsdichte und die fehlende Kanalisation konnten Abwässer aus undichten Abort- und Dunggruben ins Grundwasser gelangen. Cholera- und Typhuserkrankungen waren die Folge. Die Typhusgefahr in der Stadt Fürstenau gab 1895 den Ausschlag für die Erstellung der ersten zentrale Wasserversorgung der Region.

Um die Jahrhundertwende folgten die Städte Bramsche und Quakenbrück sowie Teile der Orte Berge und Merzen mit der Errichtung einer zentralen Wasserversorgung.
Dennoch holte sich der überwiegende Teil der Bevölkerung bis zur Gründung des Wasserbeschaffungsverbandes im Jahre 1964 das Wasser aus Brunnen, Bächen und Quellen. Um diesen untragbaren Zustand zu beenden, wurden schon 1929 im ehemaligen Kreis Bersenbrück erste Überlegungen einer zentralen Wasserversorgung aufgegriffen. Der Beginn des 2. Weltkrieges machte jedoch alle bereits entwickelten Pläne zunichte. Erst 1960 bestätigten die geohydrologische Gutachten die hervorragenden Voraussetzungen für die gesamte Wasserversorgung im Kreisgebiet. 
In den ersten Jahrzehnten war die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser Dreh- und Angelpunkt der täglichen Arbeit.

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