Alles klar

In den Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Fürstenau und Neuenkirchen fallen täglich rund 9.800 m³ Abwasser an.
Diese Menge entspricht mehr als 400 Tanklastzügen! Davon sind 8000 m³ Schmutzwasser, das täglich in den privaten Haushalten und den Gewerbebetrieben entsteht und zu den Kläranlagen geleitet wird. Besonders durch die Betriebe fällt oftmals stark verschmutztes Wasser an. Um die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Grenzwerte zu kontrollieren werden dort regelmäßig Proben, des ins Kanalnetzes eingeleiteten Schmutzwassers, genommen.

Die mechanische Reinigung

Im Klärwerk angekommen, sorgt in der ersten Phase der mechanischen Reinigung der Rechen dafür, dass grobe Schmutzteile, wie Papier, Lappen oder Plastikteile abgefangen werden. Dieser Abfall wird ausgesiebt, gewaschen, entwässert und in eine Mülldeponie gebracht oder in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt.

In der nächsten Station, dem Sandfang, sinken Sand und andere feinkörnige Teile zu Boden, während leichte Schmutzteilchen (Fette und Öle) sich auf der Wasseroberfläche sammeln.
Eine Mauer reicht 50 cm in das Wasser und teilt das Becken in zwei Bereiche. Unter dieser Tauchwand sind in geringem Abstand senkrecht Holzlatten befestigt.
Am rechten Rand des Beckens wird in etwa 2/3 der Tiefe auf die gesamte Länge Luft eingeblasen. Es bildet sich eine linksdrehende Wasserwalze, die die leichteren Fette unter der Tauchwand durch die Latten hindurch in das linke, ruhige Beckenteil drücken.
Dort schwimmen die Fette auf und werden automatisch abgeschöpft und entsorgt. Die Außenwände des rechten Beckenteils laufen am Boden schräg zusammen, so dass der Boden nur aus einer schmalen Rinne besteht. Die Wasserwalze drückt den schwereren Sand durch die Zentrifugalkraft nach außen und in die Rinne.
Der abgelagerte Sand wird über Rohre aus der Rinne abgesaugt, gewaschen, entwässert und deponiert.
Das Abwasser ist jetzt von Sand, Fett und groben Schmutzstoffen befreit.

Die biologische Reinigung

Im Belebungsbecken beginnt nun die biologische Reinigung.
Bakterien und andere Kleinstlebewesen fressen hier die organischen Schmutzstoffe und reinigen auf diese Weise das Wasser.
Dazu brauchen die Bakterien genügend Sauerstoff. In das Belebungsbecken wird daher Luft entweder durch am Beckenboden befestigte, gelochte Kunststoffmembrane eingeblasen oder durch rotierende Stahlwalzen, an denen ringsum kleine Paddel befestigt sind, oberflächennah eingetragen.
In Flüssen oder Seen läuft dieser natürliche Selbstreinigungsprozess ebenfalls ab. Allerdings wird er auf der Kläranlage durch die hohe Bakteriendichte und den starken Sauerstoffeintrag erheblich verstärkt. Und je mehr Schmutz im Wasser ist, desto schneller vermehren sich auch die winzigen Lebewesen.

Biologische und chemische Phosphatentfernung

Die Phosphatentfernung erfolgt durch die Bakterien und durch Zugabe chemischer Fällmittel im Ablauf des Belebungsbeckens

Nachklärbecken

Das Wasser-Bakterien-Gemisch wird anschließend unterirdisch in die Nachklärung geleitet. Das Nachklärbecken ist ein rundes Absetzbecken. Es hat in der Beckenmitte einen Schlammtrichter und auf halber Höhe den Zulauf, die Sohle ist zur Mitte hin geneigt, am Beckenrand befindet sich eine Überlaufrinne.
Das Schlamm-Wasser-Gemisch fließt vom Zentrum des Beckens langsam zum Rand. Dabei setzt sich der Bakterienschlamm auf dem Boden ab und wird von einem langsam umlaufenden Räumer in den Schlammtrichter in Beckenmitte geräumt.
Die überschüssige Bakterienmasse wird eingedickt und in Schlammspeichern zwischengelagert. Der restliche Bakterienschlamm wird in das Belebungsbecken zurückgepumpt.
Über die Überlaufrinne im Nachklärbecken fließt das gereinigte Wasser zum Messschacht und von dort direkt in das nächste Gewässer.
Das Wasser ist jetzt klar und sauber. Es befinden sich darin nur noch geringe Mengen an Schmutzstoffen, die auch in der Kläranlage nicht ganz beseitigt werden können.
Dazu gehören Krankheitserreger und Arzneimittelrückstände. Diese Schmutzstoffe liegen nur in geringer Konzentration vor und sind in der Regel für Wassertiere und Pflanzen unschädlich.

Faulturm

Der eingedickte Klärschlamm wird nach der Zwischenlagerung im Schlammspeicher entweder im Faulturm ausgefault (Kläranlage Quakenbrück), direkt landwirtschaftlich verwertet oder entwässert und anschließend in der Landwirtschaft verwertet.
Das bei der Faulung entstehende Gas wird verbrannt und die Abwärme zur Beheizung des Faulturms verwendet. Im Rahmen der Sanierung der Kläranlage Quakenbrück wurde ein neuer Faulturm mit Blockheizkraftwerk zur Stromerzeugung errichtet.
Damit kann ein Teil der für den Klärwerksbetrieb erforderlichen elektrischen Energie selbst erzeugt werden.

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