Das Thema Abwasser

Wasser nutzen heißt gleichzeitig Wasser verschmutzen und das ist kein Problem der Neuzeit. Relativ neu ist allerdings die Erkenntnis, dass es notwendig ist, genutztes Wasser auch zu reinigen. Bis zum Beginn der Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts war das Schmutz- und Schadstoffaufkommen noch so gering, dass die Gewässer aus eigener Kraft die eingeleiteten Abwässer reinigen konnten. Das änderte sich allerdings mit wachsender Besiedelungsdichte und zunehmender industrieller Produktivität. Unkontrolliertes Einleiten von Abwasser in den nächsten Fluss gehörte bis in die siebziger Jahre auch des letzten Jahrhunderts zum Alltag.

In den dreißiger Jahren wurde in unserer Region mit dem Bau der ersten Kläranlage in Quakenbrück begonnen. In den fünfziger Jahren wurde dann mit dem Neubau der Kanalisation die erste Kläranlage in Bersenbrück errichtet.

Seitdem haben sich die Reinigungsvorschriften ständig verschärft. In Bersenbrück ist seit 1997 die dritte Generation der Kläranlage in Betrieb.

Keine giftigen Stoffe in den Abfluss

Vor 150 Jahren war das Schmutz- und Schadstoffaufkommen noch so gering, dass sich die Gewässer selbst reinigen konnten. Heute belasten Schwermetalle, Öle und andere chemischen Stoffe wie beispielsweise Arzneimittel und Farben das Abwasser. Wichtig ist, dass solche Sonderabfälle erst gar nicht nicht ins Abwasser gelangen, denn je stärker das Wasser verunreinigt wird, desto aufwendiger und teurer ist die Abwasserentsorgung und -reinigung.

Die Toilette ist kein Müllschlucker

Die Toilette wird von vielen Menschen immer noch als Mülleimer benutzt. Katzenstreu, Windeln, Hygieneartikel und fetthaltige Essensreste lagern sich im Kanalnetz ab und können es verstopfen. Der daraus entsehende Rückstau führt zu Kellerüberflutungen und hat teure Spülaktionen zur Folge. Oft lagern sich die Stoffe schon im Hausanschluss ab. Dann muss der Hauseigentümer als Verantwortlicher die Kosten für die Kanalspülung selbst übernehmen.

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